Stellungnahme zu unserem Ausstieg aus dem Bürgerbeteiligungsprozess am Steintor
Große inhaltliche Differenzen mit der Stadtverwaltung in Bezug auf das laufende Beteiligungsverfahren am Steintorplatz haben uns dazu bewogen, uns aus dem Auftrag, diesen Prozess vor Ort mitzugestalten, zurückzuziehen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass es bedauerlicherweise nicht möglich erscheint, mit den Verantwortlichen im Baudezernat ein konstruktives Arbeitsverhältnis herzustellen. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass diese Bürgerbeteiligung und partizipative Stadtgestaltung im Allgemeinen der richtige Schritt in der Stadtentwicklung Hannovers und ein nachhaltiges Werkzeug für räumliche und gesellschaftliche Transformationen sind.Für uns ist ein Bürgerbeteiligungsverfahren aber keine gewerbliche Dienstleistung, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag. Das bedeutet, dass es keine beschwichtigende Bürgerkonsultation sein darf, sondern ein demokratisches Werkzeug sein muss, das die Bürgerinnen und Bürger für aktive Teilhabe befähigt und den Möglichkeitsraum für offene, transparente und bedarfsorientierte Stadtgestaltung aufschließt.Im Zuge des Bürgerbeteiligungsverfahrens am Steintorplatz ist es uns besonders wichtig, dass dabei alle Meinungen einbezogen und alle Bürgerinnen und Bürger gehört werden, insbesondere die, die ihren Lebens- und Arbeitsalltag in den betroffenen Räumen bestreiten. Dabei müssen, nach unserer Auffassung auch unbequeme Meinungen nicht nur gehört, sondern in den öffentlichen Diskurs mit einbezogen werden. Die Bürgerinnen und Bürger Hannovers haben per Petition das Recht auf ein ergebnisoffenes, groß angelegtes Beteiligungsverfahren zur Zukunft des Steintorplatzes eingefordert und per Ratsbeschluss zugesichert bekommen. Wir haben im Zuge unserer Mitarbeit an diesem Beteiligungsverfahren den Menschen, die sich eingebracht und ihre Meinung geäußert haben, zugesichert, dass alle Meinungen und Perspektiven gehört werden und in das angekündigte Ergebnis - die Steintor-DNA - einfließen. Dieses Versprechen haben wir auf Basis der verbindlichen Aufgabenstellung in den Vergabeunterlagen gegeben. Außerdem haben wir entsprechend dieser Aufgabenstellung unsere Werkzeuge und Methoden zur Lösung dieser verantwortungsvollen Aufgabe eingebracht. Die wiederholten unprofessionellen Aktionen seitens der verantwortlichen Personen im Baudezernat bezüglich dieser Methoden, führen für uns zu dem Ergebnis, dass wir dieses Versprechen nicht einlösen können und lassen uns am Charakter des gesamten Prozesses zweifeln.Wir kommen mit unserem Werteempfinden, das maßgebliche Grundlage für unsere Arbeit ist, zu keiner Übereinkunft mit der Stadtverwaltung und haben daher die unternehmerische Entscheidung getroffen, uns aus diesem Auftrag zurückzuziehen.Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht.Wir haben sehr lange überlegt, ob wir uns mit diesem Entschluss unserer Verantwortung gegenüber der Stadt entziehen. Wir sind allerdings zu dem Schluss gekommen, dass unsere Verantwortung gegenüber der Stadtgesellschaft an dieser Stelle mehr wiegen muss als unsere Verantwortung gegenüber der Stadtverwaltung.Wir werden uns ab jetzt weiterhin als Bürgerinnen und Bürger in diesen Prozess einbringen und uns beteiligen, wo es uns möglich ist. Wir hoffen, dass sich gerade jetzt auch besonders viele weitere Bürgerinnen und Bürger aktiv an diesem Prozess beteiligen und ihre Meinungen, Wünsche und Vorstellungen zum Steintorplatz einbringen.Wir sind offen für jede Art von Gespräch und Meinung, auch speziell gegenüber unserer Entscheidung und freuen uns insbesondere über jede Diskussion darüber, welche Verantwortung Stadtgestalterinnen und Stadtgestalter gegenüber den verschiedenen Beteiligten haben.endboss GmbH - 5. September 2018
Große inhaltliche Differenzen mit der Stadtverwaltung in Bezug auf das laufende Beteiligungsverfahren am Steintorplatz haben uns dazu bewogen, uns aus dem Auftrag, diesen Prozess vor Ort mitzugestalten, zurückzuziehen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass es bedauerlicherweise nicht möglich erscheint, mit den Verantwortlichen im Baudezernat ein konstruktives Arbeitsverhältnis herzustellen. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass diese Bürgerbeteiligung und partizipative Stadtgestaltung im Allgemeinen der richtige Schritt in der Stadtentwicklung Hannovers und ein nachhaltiges Werkzeug für räumliche und gesellschaftliche Transformationen sind.
Für uns ist ein Bürgerbeteiligungsverfahren aber keine gewerbliche Dienstleistung, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag. Das bedeutet, dass es keine beschwichtigende Bürgerkonsultation sein darf, sondern ein demokratisches Werkzeug sein muss, das die Bürgerinnen und Bürger für aktive Teilhabe befähigt und den Möglichkeitsraum für offene, transparente und bedarfsorientierte Stadtgestaltung aufschließt.
Im Zuge des Bürgerbeteiligungsverfahrens am Steintorplatz ist es uns besonders wichtig, dass dabei alle Meinungen einbezogen und alle Bürgerinnen und Bürger gehört werden, insbesondere die, die ihren Lebens- und Arbeitsalltag in den betroffenen Räumen bestreiten. Dabei müssen, nach unserer Auffassung auch unbequeme Meinungen nicht nur gehört, sondern in den öffentlichen Diskurs mit einbezogen werden. Die Bürgerinnen und Bürger Hannovers haben per Petition das Recht auf ein ergebnisoffenes, groß angelegtes Beteiligungsverfahren zur Zukunft des Steintorplatzes eingefordert und per Ratsbeschluss zugesichert bekommen. Wir haben im Zuge unserer Mitarbeit an diesem Beteiligungsverfahren den Menschen, die sich eingebracht und ihre Meinung geäußert haben, zugesichert, dass alle Meinungen und Perspektiven gehört werden und in das angekündigte Ergebnis - die Steintor-DNA - einfließen. Dieses Versprechen haben wir auf Basis der verbindlichen Aufgabenstellung in den Vergabeunterlagen gegeben. Außerdem haben wir entsprechend dieser Aufgabenstellung unsere Werkzeuge und Methoden zur Lösung dieser verantwortungsvollen Aufgabe eingebracht. Die wiederholten unprofessionellen Aktionen seitens der verantwortlichen Personen im Baudezernat bezüglich dieser Methoden, führen für uns zu dem Ergebnis, dass wir dieses Versprechen nicht einlösen können und lassen uns am Charakter des gesamten Prozesses zweifeln.
Wir kommen mit unserem Werteempfinden, das maßgebliche Grundlage für unsere Arbeit ist, zu keiner Übereinkunft mit der Stadtverwaltung und haben daher die unternehmerische Entscheidung getroffen, uns aus diesem Auftrag zurückzuziehen.
Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht.
Wir haben sehr lange überlegt, ob wir uns mit diesem Entschluss unserer Verantwortung gegenüber der Stadt entziehen. Wir sind allerdings zu dem Schluss gekommen, dass unsere Verantwortung gegenüber der Stadtgesellschaft an dieser Stelle mehr wiegen muss als unsere Verantwortung gegenüber der Stadtverwaltung.
Wir werden uns ab jetzt weiterhin als Bürgerinnen und Bürger in diesen Prozess einbringen und uns beteiligen, wo es uns möglich ist. Wir hoffen, dass sich gerade jetzt auch besonders viele weitere Bürgerinnen und Bürger aktiv an diesem Prozess beteiligen und ihre Meinungen, Wünsche und Vorstellungen zum Steintorplatz einbringen.
Wir sind offen für jede Art von Gespräch und Meinung, auch speziell gegenüber unserer Entscheidung und freuen uns insbesondere über jede Diskussion darüber, welche Verantwortung Stadtgestalterinnen und Stadtgestalter gegenüber den verschiedenen Beteiligten haben.
endboss GmbH - 5. September 2018
